Archiv für den Autor: Amenophis

Mindestlohn ist das Mindeste!

Die Unternehmen machen Gewinne wie noch nie, trotzdem herrscht in Deutschland eine Politik der Lohndrückerei. Gerade im Zeitarbeitsbereich und im Dienstleistungsgewerbe werden Löhne gezahlt, welche keine sind. Trotzdem weigert sich die CDU/CSU strikt, den Bürgern das Mindeste zu gewähren, das Recht auf eine würdige Existenz, durch angemessene Bezahlung! Ganz vorne weg der Kettenhund der Ausbeuterlobby, Pofalla. Hier sein neuester Spruch:

Im Streit um die Einführung von Mindestlöhnen will eine hochrangig besetzte Koalitionsrunde am heutigen Mittwoch im Kanzleramt erneut versuchen, die Wogen zu glätten. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla erteilte unmittelbar vor dem Treffen allen Forderungen eine klare Absage: “Einen gesetzlichen einheitlichen Mindestlohn in ganz Deutschland wird es mit uns nicht geben”, sagte er im ZDF.

Ich denke, wir kommen ganz gut ohne “Euch” klar und es wird Zeit, dafür auf die Strasse zu gehen.

Was wir verloren haben

Wenn man Diskussionen, Filme oder Berichte über das Leben in der ehemaligen DDR sieht, dann hört man immer: „Ihr hattet nix zu kaufen. Ihr wurdet bespitzelt. Ihr hattet keine Rechte und ihr konntet nicht wirtschaften.“ Jeder glaubt zu wissen, dass es gut ist, dass dieses dunkle Kapitel zu Ende ist. Komisch ist nur…so negativ habe ich das gar nicht in Erinnerung. Was die Stasi betrifft…nun…die GEZ heute ist gründlicher als die Stasi damals und die Überwachung der Bürger durch den Staat ist heute um ein vielfaches intensiver, als zu DDR-Zeiten. Jeder findet das auch gut so, denn wir müssen den Terrorismus bekämpfen und da muss man eben mehr überwachen dürfen. Nach dem Grund für den Terrorismus fragt glücklicherweise auch niemand, denn es läuft ja DSDS im Fernsehen und da hat man keine Zeit für so etwas….aber ich will nicht abschweifen, also zurück zur DDR. Liebe ehemalige DDR-Bürger, zählt mal nicht auf, was wir alles nicht hatten, sondern versucht euch mal daran zu erinnern, was wir verloren haben. Na, was kann das wohl sein? Es ist die innere Ruhe, der soziale Frieden, die Unfähigkeit zu wissen, was Existenzangst ist. Wir konnten nicht nach Malle, aber wir wussten genau, der Arbeitsplatz ist auch in einem Jahr noch da. Wir hatten nur Ostmark, aber wir wussten, dass wir dafür niemals beim Arbeitsamt betteln müssen. Wir kannten keine demütigende Leiharbeit, wir waren mit 50 nicht zu alt für unseren Job, wir wurden nicht gegeneinander ausgespielt, wir kannten kein Mobbing, wir wurden nicht zwangsvollstreckt und wir mussten nicht aus Not unser Konto überziehen. Unsere Kinder wurden nicht durch die Konsumgesellschaft idiotisiert, verroht und psychisch krank gemacht.

Existenzangst und Armut haben viele Menschen traumatisiert und ihr Selbstwertgefühl zerstört. Jene, welche noch Arbeit und Auskommen haben, müssen ihren Stand schützen und nach unten treten, immer mit der Angst beseelt, dass sie morgen selbst auf der Treppe ganz unten stehen können.

Mir geht es gut, ich kann mir einiges leisten….meine innere Ruhe habe ich jedoch in der DDR zurück lassen müssen und ich meine, die Zeit damals war besser. Meine Lehrerin für Staatsbürgerkunde sagte angesichts des relativen Wohlstands im Westen einmal folgende Sätze, welche ich damals nicht geglaubt habe: „Der Kapitalismus in der BRD hat nur eine friedliche Phase, der Wolf hat Kreide gefressen. Irgendwann wird er aber wieder aggressiv werden und sein wahres Gesicht zeigen. Es wird wieder einen großen Abstand zwischen arm und reich geben. Leider muss ich sagen, sie hatte recht.